Mein Ziel ist die NBA!

Siebzehn Jahre jung. Zwei Meter und sieben. Arme, auf die jede Krake neidisch ist und Potenzial bis an die Hallendecke. Wir wären ja ungern Gegenspieler von Isaac Bonga! Wir begleiten das Basketball-Talent lieber auf seiner Reise.


Eigentlich habe ich, wie alle meine Geschwister, mit mehreren Sportarten angefangen. Mein großer Bruder und ich haben mit Fußball und Basketball angefangen, nur dass er beim Fußball und ich beim Basketball geblieben bin. Er in Leverkusen und jetzt in Düsseldorf schon seine Erfahrungen im Profibereich gemacht und ist für mich deshalb jemand, dessen Rat ich oft und gerne suche. Wir stehen in sehr engem Kontakt und unterstützen uns, wo wir können. Er kommt auch immer wieder zu meinen Spielen. Mein kleiner Bruder spielt auch Basketball, so wie ich. Der ist auch schon richtig gut für sein Alter.

Vom Freiplatz in die BBL

Zuerst war ich eigentlich nur auf dem Freiplatz und habe da mit Freunden gespielt. Irgendwann hat mich dann ein Trainer gefragt, ob ich auch Lust hätte mal im Verein oder einer AG zu spielen. Mit der AG habe ich angefangen. Weil es mir Spaß gemacht hat, bin ich dann letztendlich auch in einen Verein gegangen. Mein Wachstumsschub kam allerdings – ganz wie bei meinem großen Bruder – erst, als ich schon etwas älter war. Das ist eigentlich noch gar nicht so lange her. Ich habe also von Anfang an eigentlich immer die Eins oder die Zwei gespielt. Der Große Schub kam dann erst vor einem Jahr ungefähr. Ich bin aber trotzdem als Aufbauspieler ausgebildet worden, daher habe ich das Gefühl, dass ich durch meine Größe und durch mein spätes Wachstum eher Vorteile auf dem Feld habe. Egal gegen wen ich spiele, ich habe eigentlich immer irgendwo einen Vorteil. Die Größe hilft mir da stellenweise schon sehr. Deshalb glaube ich, dass mir der späte Schub da eher zugutekommt.

Ich habe im Sommer bei den Frankfurt Skyliners unterschrieben und bisher gefällt es mir beim Verein richtig gut und die Tatsache, dass ich mit der Doppellizenz sowohl in der ProB als auch in der BBL auflaufen kann, hilft mir enorm. Ich hatte eigentlich gar nicht erwartet, dass ich von Anfang schon spiele, aber eigentlich lief es echt gut für mich. Da will ich natürlich genauso weitermachen um möglichst bald auch konstant in der BBL zu spielen. In der ProB läuft es ja einigermaßen bei uns, wir wollen natürlich in die Playoffs kommen. Aber in der BBL will ich mir immer mehr Minuten verdienen. Aktuell trainiere ich primär mit der BBL-Mannschaft der Skyliners. Wenn dort einmal ein Training ausfällt oder es einen freien Tag gibt, dann trainiere ich mit unserem Athletik-Trainer oder in der ProB. Da habe ich eigentlich sehr viele Möglichkeiten. Ich besuche ja parallel hier in Frankfurt ein Internat und mache gleichzeitig ein Praktikum in der Ticketabteilung beim Verein. In der Woche gibt es für mich zurzeit also zwei Tage Schule und drei Tage im Betrieb. Im Internat haben wir darüber hinaus auch noch eine eigene Halle, die ich nutzen kann. Dadurch kann ich eine gute Balance zwischen Schule, Praktikum und Training finden.

Giannis statt Magic!

Viele Leute glauben ja, dass ich, nur weil ich ein groß gewachsener Point Guard bin, auch ein ‚Magic’ Johnson-Trikot im Schrank habe. Das ist aber nicht so. Natürlich bewundert man Spieler wie ihn, aber ein wirkliches Vorbild habe ich nicht. Ich versuche eher mein ganz eigener Spieler und damit auch ein Vorbild für Jüngere zu sein. Aber wenn es darum geht, wen ich gerne spielen sehe, dann habe ich zwei Namen ganz vorne. Zum einen Giannis Antetokounmpo und zum anderen Kevin Durant. Ich mag Spieler, die eine gewisse Größe haben, aber trotzdem die Übersicht und das Ballhandling mitbringen wie diese Jungs. Diese Art athletischer Spieler schaue ich mir gerne an und achte natürlich auch genau darauf, wie sie ihre Stärken ausspielen.

Aktuell arbeite ich selbst vor allen Dingen an meinem Wurf und an meinen Finishes. Ich muss noch viel aggressiver zum Korb gehen. Vor einigen Jahren habe ich im Spiel nahezu kaum geworfen … obwohl ich eigentlich werfen kann. Das haben mir viele Leute auch bestätigt. Das habe ich in der Zwischenzeit auch schon geändert, aber ich glaube, dass ich bei meinem Wurf noch eine Menge mehr rausholen kann. Dabei ist auch der Dreier ein wichtiges Thema für mich. Nach dem Training nehme ich deshalb noch mit einigen anderen Jungs hier bei den Skyliners noch Extra-Dreier um mich dort entsprechend weiterzuentwickeln. Der Distanzwurf ist ein wichtiger Baustein in meinem Offensiv-Spiel.

Mein Ziel ist die NBA!

Mein kurzfristiges Ziel ist es, mich erst einmal in der ProB zu beweisen und meinen Freiraum, den ich dort habe, auch zu nutzen um mich weiterzuentwickeln. Nächstes Jahr möchte ich dann auch in der BBL den nächsten Schritt machen und mir konstante Spielzeit im Team erarbeiten. Das ist der mittelfristige Plan. Darüber hinaus gedacht möchte ich natürlich den Sprung in die NBA schaffen und daran glaube ich auch. Das ist das Ziel, dass ich auf jeden Fall erreichen möchte!

Isaac Bonga
Wenn ein 2,07m Mann Point Guard spielt schreien alle gleich 'Magic Johnson'. Aber Isaac (17) geht seinen ganz eigenen Weg. Und die Wortathleten kommen mit.

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